Die Pyrenäen – natürliche Grenze zwischen Frankreich und Spanien

Mit ihrer Länge von rund 430 Kilometern bildet das Gebirgsmassiv der Pyrenäen eine natürliche Grenze zwischen der Iberischen Halbinsel im Süden und Frankreich im Norden. Dabei erstrecken sich die bis zu 3400 Meter hohen Berge nahezu auf ganzer Länge zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Mittelmeer. Heute sind die Pyrenäen vor allem für Wintersportler ein verlockendes Reiseziel – aber auch viele Wanderer kommen hierher, um die Schönheit der weitestgehend unberührten Natur zu genießen.

Die natürliche Vielfalt dieser Berge

Insgesamt gelten die Pyrenäen als schwer zugänglich. Wer Spanien von Frankreich aus erreichen möchte, wählt in der Regel die weit im Osten verlaufende Autobahn A9. Dabei profitieren vor allem die Wildtiere von dieser Abgeschiedenheit. In den Pyrenäen finden sich heute viele bedrohte Tierarten, die hier ihr zu Hause gefunden haben. Sogar Braunbären soll es zwischen den Bergkämmen geben. Sicher ist, dass hier vor allem Gämsen und der Pyrenäen-Steinbock leben. Auch das Auerhuhn und Ginsterkatzen gibt es hier noch zu bestaunen. Zudem liefert das Bergmassiv den Lebensraum für den Pyrenäen-Desman, eine Unterart des Maulwurfs, die sehr selten geworden ist. Dazu gesellen sich Hunderte von Insektenarten und zahlreiche Vögel, wie beispielsweise der Bartgeier oder der Zwergadler.

Der kleine Staat Andorra

Mitten in den Pyrenäen liegt der Zwergenstaat Andorra. Er ist mit 468 Quadratkilometern der größte der sechs europäischen Zwergenstaaten, hat aber nur etwa 80.000 Einwohner. In dem Fürstentum leben viele Nationen auf einem Fleck, darunter Spanier, Portugiesen, Franzosen, Marokkaner sowie Philippinen und Deutsche. Die Amtssprache ist Spanisch, allerdings wird von vielen auch Französisch verstanden. Besonders beliebt ist Andorra wegen seinem billigen Tabakprodukten und Alkoholika. Auch die einladenden Skigebiete ziehen täglich viele Touristen in den kleinen Staat. Dabei ist das Fürstentum erst seit dem 14. März 1993 ein souveräner Staat, der durch ein parlamentarisch-demokratisches System regiert wird. Staatsoberhäupter sind dabei der Präsident von Frankreich sowie der Bischof von Urgell.

Die verschiedenen Routen über die Pyrenäen

Wer die Pyrenäen nicht nur als Hindernis auf dem Weg zu seinem Spanien-Urlaub sieht, sondern hier wirklich etwas erleben möchte, sollte sich im Vorfeld die Route ganz genau aussuchen. Es gibt viele schöne Pässe und Anstiege, die sich durchaus lohnen – Sowohl für Autofahrer wie für Biker und ambitionierte Radfahrer.

1. Col du Pourtalet – Viele enge Serpentinen lassen diese Tour zum waren Erlebnis werden. Hinter jeder Ecke verbirgt sich ein neues Naturschauspiel und die Länge von 56 Kilometern ist durchaus überschaubar.

2. Col du Tourmalet – Bekannt ist diese Route vor allem durch die berühmte Tour de France. Wer sich die maximale Steigung von 10 Prozent zutraut, kann hier von Mai bis November auf bis zu 2115 Meter hinauf fahren.

3. Col de Somport – Als Klassiker für eine Tour von Frankreich nach Spanien ist dieser Pass besonders beliebt. Er ist einer der ältesten Pyrenäenpässe und wer nach tollen Fotolocation in den Pyrenäen sucht, sollte den stillgelegten Bahnhof von Canfranc-Estacion nicht auslassen.